Eine filmische Erzählung aus der Vogelperspektive: Ein nonverbales, poetisches Kinoerlebnis von Georg Riha, das die Geschichte Österreichs und zugleich eine universale Geschichte der Entwicklung der Menschheit in diesem Land in einzigartigen Luftaufnahmen erzählt.
Eine Reise durch die Zeit: von der unberührten Natur über Beginn und Aufstieg der Zivilisation bis zu Hybris und Größenwahn. Ohne Sprecher oder erklärende Worte öffnet der Film bewusst Raum für eigene Gedanken, Interpretationen und Wertungen.

Die Natur in diesem Land in ihrer unglaublichen Vielfalt und Schönheit im Spannungsfeld zum Menschen und seinem Streben, das alles umspannt – vom kreativen Schaffen bis hin zur zerstörenden Hybris. 

In ruhigen, fließenden Luftaufnahmen entfaltet sich eine unberührte Landschaft: Licht, Wolken, Wasser, Felsen und Gesteinsschichten – eine Welt im ursprünglichen Gleichgewicht. Die Kamera beobachtet, nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise durch die Zeit, nur begleitet von Musik, Naturklängen und ohne Kommentar.

Bald werden die ersten Spuren des Menschen sichtbar. Pfade, Wege werden zu Straßen, Hütten wachsen zu Siedlungen, das Land wird geordnet und gestaltet.

Mit wachsenden Strukturen, einer zunehmenden Verbauung entstehen auch Burgen, Klöster und Schlösser – Zentren geistiger und weltlicher Herrschaftsansprüche. Von der Kulturlandschaft bis zur strengen Symmetrie des Barock – der Mensch gestaltet die Natur nach seinen Vorstellungen. Die Entwicklung gipfelt in der Verdichtung des Industriezeitalters.

Die Metropole – exemplarisch verkörpert durch Wien mit seiner pulsierenden urbanen Geometrie, die auch eine Sehnsucht nach einer intakten Natur wachsen lässt.

Kurz verweilen wir noch in der Sommerfrische. Die Seenlandschaften erscheinen als Symbole der hohen Lebensqualität.

Doch dann kippt Etwas… Der Preis für die Zivilisierung der Natur wird sichtbar. Das Tempo steigert sich. Der technische Fortschritt hinterlässt seine Spuren: Kraftwerke und Netze für Bahn, Auto und Strom überziehen das Land. Die Erde wird aufgerissen, Industrieanlagen als Fundament und Motor einer rasanten Dynamik. 

Was als zivilisatorische Vision und geordnete Entwicklung begann, kippt in Hybris. Hochalpine Regionen werden verletzt, die Natur weicht dem Drang nach Konsum und Erlebnis. Die Beschleunigung nimmt weiter zu. Es kommt ins Rutschen.

Schließlich demonstriert die Natur ihre vielfältige Stärke und zeigt dem Menschen seine Grenzen und Machtlosigkeit auf. Dazu kommt noch der Kampf des Menschen gegen seinesgleichen, der in unvorstellbaren Verbrechen mündet – sie verweisen auf die dunklen Kapitel unserer Geschichte. 

Im letzten Teil kehrt der Film zur Natur zurück. Das magische Element: Das Wasser – Quelle, Vielfalt, Bewegung und Spiegel des Lebens – steht im Zentrum. Der Rhythmus ist wieder ruhig, die Bilder sind weit und offen. Die Natur erscheint in ihrer stillen, überdauernden Kraft.

Der Film von Georg Riha Über Österreich – Eine höhere Sicht erzählt die Geschichte dieses wunderbaren und von der wechselvollen Geschichte geprägten Landes und wird so zu einer universellen Parabel über den Menschen und seinen Umgang mit der Pracht und Vielfalt der Natur. 

Eine visuelle Meditation über die Schöpfung, über Aufstieg, Gestaltung, Schaffen, Hybris und Zerstörung. Ein poetischer Kinofilm, der keine Antworten gibt, sondern Raum für eigene Deutung lässt – und zum Innehalten einlädt.

Kapitel 1

Von der unberührten Natur zur Ordnung

Kapitel 1

Von der unberührten Natur zur Ordnung

Die Elemente Wasser, Luft und Erde formen das Land. In der unberührten Natur hinterlässt der Mensch erste Spuren: aus Wegen werden Straßen, aus Häusern Siedlungen. Das Land wird urbar gemacht. Bei der Gestaltung der Landschaft kreiert der Mensch faszinierende neue Muster und Strukturen. Im Barock erreichen sie einen Höhepunkt, als die Natur der Geometrie und Symmetrie untergeordnet wird. Macht und Reichtum kommt in Schlössern und Klöstern zum Ausdruck. Wien wächst zur Metropole heran. Wohlstand und Freizeit werden zu Symbolen des 20. Jahrhunderts.

Kapitel 2

Der Fortschritt hat seinen Preis

Kapitel 2

Der Fortschritt hat seinen Preis

Die Bevölkerung wächst und damit ihr Bedürfnis nach Nahrung und Unterhaltung. Die Lebensweise des Menschen benötigt immer mehr Energie, unter anderem aus Wasser und Wind. Staudämme, Kraftwerke und Windparks prägen die Landschaft und machen den Energiehunger des Menschen sichtbar. Straßen und Autobahnen durchziehen das Land, Stromleitungen legen Netze über Berggipfel. Die Natur wird als selbstverständliche Quelle und unerschöpfliche Ressource betrachtet. Von der Symbiose zur Ausbeutung ist es nur ein kleiner Schritt. 

Kapitel 3

Vom Größenwahn zur Zerstörung

Kapitel 3

Vom Größenwahn zur Zerstörung

Aus Genug wird Zuviel, aus Fülle wird Überfluss, Größenwahn und Anmaßung drücken der Natur ihren Stempel auf. Doch Lebensraum und Ressourcen sind endlich, der Mensch gelangt an ihre Grenzen und muss beginnen, für seine Ausbeutung zu zahlen. Gletscherschmelze in den Alpen und zunehmende Extremwetterereignisse machen die Folgen sichtbar. Die einstige Utopie wird zur Dystopie, das Leben zum Kampf: Mensch gegen Natur, aber auch Mensch gegen Mensch. „Ungeheuer ist viel. Doch nichts ist ungeheurer als der Mensch.“ (Sophokles)

Kapitel 4

Das Wunder der Natur – die Magie des Wassers

Kapitel 4

Das Wunder der Natur – die Magie des Wassers

Im Finale wendet sich der Blick zurück zur Natur. Der Fortgang der Zeit auf dem Weg in die Unendlichkeit folgt seinem eigenen, langsamen Rhythmus. Das magische Element Wasser – Quelle, Vielfalt, Bewegung und Spiegel des Lebens – steht im Zentrum. Die Natur zeigt ihren tiefen, stillen Zauber: Regenerationsfähigkeit, Ausdauer und eine Kraft, die alles überdauert – auch den Menschen.
„Ich schwebe dahin. Vor mir ist Schönheit. Hinter mir ist Schönheit. Unter mir ist Schönheit. Ringsum ist Schönheit.“ (Frei nach einem Zeremoniengesang der Navajo)